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Bremser & Lehrich

15 Jahre Jahre Baumann und Clausen, wie hat alles angefangen?

Bild - www.baumannundclausen.deLehrich: Ich hab Beamtenblut in der Familie. Mein Großvater väterlicherseits war Leiter eines kleinen Finanzamtes in Nordrhein Westfalen, ein Beamter durch und durch der sogar am liebsten bei sich zu Hause noch eine Stechuhr installiert hätte. Da lief alles nach Vorschrift ab.

Bremser: Einen Beamten in der Familie zu haben kann sicher als Inspiration für so eine Comedyserie nicht schaden aber die Idee für Baumann und Clausen ist eher durch einen Zufall entstanden. Jens war damals für R.SH als Reporter unterwegs und wartete auf den Bauamtsleiter einer Stadt, deren Namen wir nicht preisgeben möchten.

Lehrich: Deswegen spielt Baumann und Clausen ja auch in Neddelhastetdfeld, einem Fantasie Ort, der überall dort sein kann, wo Beamte leben und arbeiten. Aber ganz im ernst, ich habe damals 30 Minuten auf ein Interview mit diesem Bauamtsleiter gewartet und während ich so da saß, lackierte sich dessen Sekretärin in aller Ruhe die Fingernägel. Die hatte kein bisschen Arbeit auf dem Schreibtisch und langweilte sich wie doll und verrückt. Dieses Erlebnis hat mich nachhaltig beeindruckt. Ich habe es dann Frank abends beim Bier erzählt und da sind wir auch auf die ersten Ideen für Baumann und Clausen gekommen.

Bremser: Das die beiden so heißen ist übrigens reiner Zufall.

Sie haben ja in einer WG zusammen gelebt ?

Bremser: Das stimmt – wir haben aus der Not eine Tugend gemacht und unser bisschen Ausbildungshonorar zusammen geschmissen, um uns ein kleines Häuschen auf dem Land erlauben zu können. 70 Quadratmeter, ich oben erstes Geschoss, Jens unten. Das war in Westensee draußen bei Kiel. Damals haben wir leider nicht mit berechnet, das uns der viele Sprit fürs hin und herfahren beinahe in den finanziellen Ruin getrieben hätte.

Lehrich: Dazu kam, das unser Vermieter im Winter nicht bereit war die Heizung einzuschalten bevor es draußen nicht arktische Temperaturen erreicht hatte, so dass wir bei plus 7 Grad in der Küche gar keine andere Wahl hatten als uns lustige Gedanken zu machen. So ist dann auch Baumann und Clausen entstanden – wer viel lacht friert nicht !

Bremser: Man hatte Jens einen Hals auf diesen Herrn Vermieter.

Lehrich: Ich hab ja auch gefroren wie Espenlaub. Unseren Kühlschrank hätten wir zu der zeit eigentlich rausschmeißen können. Ansonsten war das WG Leben aber sehr spannend. 3 Jahre haben Frank und ich es zusammen ausgehalten bis dann irgendwann die lieben Frauen in unser Leben traten.

Bild - www.baumannundclausen.deBremser: Da wurd es dann einfach zu eng und wir haben uns eigene Wohnungen in Kiel gesucht. Aber die Zeit in Westensee war toll. Besonders erinnere ich mich an die Persil Packung auf die wir die allererste Idee für Baumann und Clausen aufgeschrieben haben. Das war das ein Kollege von Clausen im Fahrstuhl stecken geblieben war aber nicht vor Feierabend den Alarmknopf gedrückt hatte. Auch heute noch einer meiner Lieblingsgags von Baumann und Clausen.

Die Serie wurde ja ziemlich schnell, sehr erfolgreich ?

Lehrich: Das ist wahr. Auch dank unserer Partner beim Radio. Wir waren selbst überrascht, wie groß die Resonanz auf Baumann und Clausen war und wir freuen uns riesig, das sie immer noch stetig wächst. Gerade am Anfang gab es natürlich auch Skeptiker, die meinten, das halten wir nicht lange durch eine tägliche Serie aber denen haben wir es gezeigt. Über 3000 Radiofolgen gibt es mittlerweile, ich glaube das können nur wenige in Deutschland von sich behaupten. Darauf sind wir sehr stolz.

Bremser: Baumann und Clausen sind bundesweit zu einer festen Marke in der Unterhaltungslandschaft geworden. Wir hoffen, dass uns die Fans auch noch mindestens die nächsten 10 Jahre treu bleiben. Ideen um Baumann und Clausen fortzusetzen gibt es jedenfalls genug.

Woher nehmen Sie ihre Inspiration für die Serie ?

Bild - www.baumannundclausen.deLehrich:
Baumann und Clausen ist den Menschen vom Munde abgeschaut. Wir leben in einem sehr bürokratischen Land, das erlebt man nicht nur, wenn man auf eine Behörde geht sondern auch in vielen anderen Bereichen des öffentlichen Lebens. Gucken Sie sich nur Vereine an, die sind oftmals strenger organisiert als das Bundesverfassungsgericht. Aber das meinen wir gar nicht negativ, im Gegenteil. Uns ist nur wichtig, das die Menschen in diesem Land die Fähigkeit haben über sich selbst zu lachen. Und das können sie, das erleben wir landauf landab fast täglich bei unseren Bühnenshows.

Bremser:
Genau da sitzen nämlich oft die Beamten und können sehr über sich selbst lachen. Das freut uns weil es uns zeigt, dass wir mit der Serie den richtigen Ton treffen. Wir machen Baumann und Clausen nicht um anzuklagen, wir wollen nicht den erhobenen Zeigefinger. Wir wollen Spaß verbreiten und das mit einem Thema, das einfach urdeutsch ist.

Sogar der Ministerpräsident von Schleswig-Holstein Peter Harry Carstensen ist bekennender Baumann und Clausen Fans. Wer ist eigentlich ihre Zielgruppe, wen wollen sie erreichen ?

Bremser: In unsere Shows kommen Kinder ganz genau so wie Oma und Opa, die einfach einen lustigen Abend haben möchten. Wir haben Lehrer, Maurer, Bäcker, Ärzte, dick, dünn, groß, klein alles quer durch die Gesellschaft und natürlich Beamte.

Lehrich: Wir machen Familienhumor. Bei uns hat jeder seinen Spaß. Gerade das neue Programm ist genau auf diese Zielgruppe zugeschnitten. Wir möchten 'Wohlfühlhumor' für die ganze Familie bieten!

Wie geht es mit Baumann und Clausen in Zukunft weiter ?

Lehrich: Nach unserer Premiere mit "DER WENDE IN 90 MINUTEN" stehen einige spannende Projekte an. Darauf freuen wir uns riesig, weil es eine weitere, neue Seite von Baumann und Clausen zeigen soll.

Das Interview führte Chefradaktuer C. Sehlleier, "Überparteilichen Rathausdepeche Neddelhastetdfeld"
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